Archiv für die Kategorie ‘Menschen mit sich allein’

Der Ärger, der uns der Natur entfremdet

Schon über irgendein Ereignis unzufrieden sein, heisst von der Natur sich lossagen [welche in ihren Teilen das Wesen aller einzelnen Dinge umschliesst].

Marc Aurel

Unzufriedenheit, Ärger, alles, was verhindert, dass wir Dinge „einfach tun“, unterscheidet uns vom Tier – und entfremdet uns tendentiell von der Natur, und damit auch von uns.

Die gepriesenen Empfindungen im Treibsand

Wenn wir verstanden haben, daß es bei aller Anstrengung doch reine Glückssache ist, ob uns etwas gelingt oder nicht; wenn wir also verstanden haben, daß wir in allem Tun und Erleben Treibsand sind vor uns selbst und für uns selbst: Was geschieht dann mit all den vertrauten und gepriesenen Empfindungen wie Stolz, Zerknirschung und Scham?

Pascal Mercier, Nachtzu nach Lissabon

Schreiben, dann Literatur

Wo unser Schreiben nicht zur Selbst-Erfahrung führt, entsteht keine Literatur, glaube ich, es entstehen nur Bücher.

Max Frisch

Ich Blogger bin nicht grössenwahnsinnig – aber ich möchte nicht nur einen Blog-Post schreiben. Ein Artikel sollte es schon sein.

Der Schriftsteller und sein Leser

Der Stil eines Schriftstellers hängt entscheidend zusammen mit dem Leser, den er sich erfindet. Tolstoi zum Beispiel, behandelt mich als Partner. Andere behandeln mich als Publikum [...] Das ergibt keine Kommunikation, nur Lektüre.

Max Frisch

Macht das einen Unterschied im Empfinden, als Schreibender einsam zu sein? Wahrscheinlich nicht. Applaus des Publikums allerdings mag eher die Gefahr bergen, das zu vergessen.

Schreiben ist… (1)

Schreiben ist Lust oder Notwehr. Eine autistische Position.

Max Frisch

Ich komme mir oft wie ein verzweifelter Ausbrecher vor…

Spaziergang in die Nacht

Gleich werde ich mutterseelenallein auf einen Spaziergang im Dunkeln losziehen; das wird mich höllisch glücklich machen.

Dylan Thomas

Oh ja! Ich verstehe Sie, Herr Dylan, ganz genau. Nie ist die Stille umfassender und kann sie einen mehr einhüllen als in diesen Momenten.

Die Leere im erfolgreichen Kopf

Am Morgen bin ich sofort unter die Dusche gegangen, um einen klaren Kopf zu bekommen und um zu begreifen, dass ich tatsächlich Bronze und Gold gewonnen habe.» Viele Bilder schossen dem Berner durch den Kopf, aber er vermochte sie nicht einzuordnen: «Ich fühlte eine grosse Leere. Es war, wie wenn ich ein Buch mit Fotos hätte füllen sollen und ich nicht gewusst hätte, wo ich beginnen sollte.»

Fabian Cancellara, Peking, rapportiert vom Tagi

Tja, Glück muss auch erst verarbeitet werden. Selbst für einen Helden. Vielleicht gerade dann, wenn man etwas unbedingt erreichen will, erfahren möchte – und es dann tatsächlich eintritt.